M A M A

Mama, warum scheint der Mond,
kann er mich sehen,
der Mann der da wohnt?

Mama, wo kommen die Babys her
Papa sagt einfach,
er weiß es nicht mehr.

Mama, hast Du auch Angst in der Nacht
ich habe geträumt
und bin aufgewacht.

Mama, wenn ich groß bin, heirate ich,
ich weiß auch schon wen,
ich heirate Dich.

Mama, passt der liebe Gott auf uns auf
vielleicht hilft er mir auch,
dann steh ich bald auf.

Mama, bist Du böse auf mich,
hör auf zu weinen,
ich liebe Dich.

Mama, singst Du mir das Lied,
von dem Jungen,
der immer die Sternschnuppe sieht.

Mama, ich mõchte das Meer gerne sehn,
auf dem Bild von der Oma,
ist es sehr schön.

Mama, ich habe Angst, mir tut alles weh,
bleib bitte bei mir,
damit ich Dich seh’.

Mama, mir ist kalt, hältst Du mich warm,
ich liege so gerne,
bei Dir hier im Arm.

Mama, Deine Tränen sind nass,
freust Du dich nicht.
so kuscheln macht Spass.

Doch mein Kind, schlaf ruhig ein,
ich bin ja bei Dir
und werd’s immer sein.

Tilda©


Die Entscheidung

Fünfundneunzig wird sie bald
und soll sich entscheiden,
gehe ich ins Altersheim,
oder soll ich bleiben?

Ihre Angst ist riesengroß,
mache ich es richtig?
Wie wird die Versorgung sein,
nimmt man mich dort wichtig?

Treffe ich da nette Menschen,
um hier und da zu klönen?
Ich bin ja doch schon ziemlich alt,
werd ich mich eingewöhnen?

Panik nimmt von ihr Besitz,
könnt ihr ermessen wie?
Tausend Fragen stellt sie sich,
doch niemand hört auf sie.

Ihre Kinder wollen warten,
auf ein Wort von ihr.
Doch sie würde gerne hören,
bleib wir helfen dir.

Du brauchst keine Angst zu haben,
wir sind alle hier,
solltest Du uns einmal brauchen,
kommen wir zu Dir.

Darauf wartet sie vergeblich,
keiner meldet sich.
Denn sie drängen auf Entscheidung,
doch sie weigert sich.

Meine Seele sie trägt Trauer,
seit ich dieses sah.
Wie wird es mir einst ergehen,
ist dann jemand da?

Tilda©

 

 

 

























Einsamkeit

Jemand schrieb in einem Brief,
den ich heut erhielt,
von seiner Einsamkeit und Trauer,
die er dauernd fühlt.

Als plötzlich seine Frau verstarb,
fünf Jahre ist’s  jetzt her.
Ward sein Leben über Nacht,
einsam und ganz leer.

Denn sie hatten viele Träume,
für die Rentenzeit,
was sie unternehmen wollten,
mit den Freunden und zu zweit.

Doch eine Krankheit kam dazwischen
und warf über Nacht,
alle Pläne übern Haufen,
die sie schon gemacht.

Täglich denkt er drüber nach,
warum konnte das geschehen.
Ich habe sie doch so geliebt,
wie konnte sie nur gehen.

Ich würde ihm sehr gerne helfen,
doch ich weiß nicht wie.
Denn Niemand auf der ganzen Welt,
wird je so sein wie „Sie“

Tilda ©



Ballast

Was soll ich nur tun, was soll ich machen,
soll ich weinen. oder lachen?
Mein Kopf ist überfüllt mit Gedanken,
meine Gefühle lassen mich wanken.

Ich gehe durch die Wohnung und sage zu mir,
was willst Du mit all diesen Dingen hier.
Es ist nur Ballast und nicht viel mehr
am besten ich räume alles mal leer.

Sogar die Möbel hab ich verrückt,
die Wände mit neuen Tapeten bestückt.
In mir war Unruhe, aber warum?
Wenn ich es wüsste, ich gäbe was drum.

Ein neues Outfit musste es sein,
ich ließ mich auf Veränderung ein.
Die neue Haarfarbe hat's nicht gebracht,
hat meine Gedanken nicht ruhig gemacht.

Was ich auch versuchte, es half mir nicht,
meine Freundin sagte mir dann ins Gesicht
Du musst nicht deine Wohnung entkernen,
sondern Ballast aus der Seele entfernen.

Erzähle mir, was Dich unruhig macht,
reden hat oft schon Wunder vollbracht.
Ich höre Dir zu und verspreche Dir,
was Du auch sagst es bleibt hier bei mir.

Erst zögerlich, immer schneller dann,
fing ich zu erzählen an.
Von meiner Kindheit, aus meinem Leben
und meiner Angst Verlust zu erleben.

Sie hörte mir zu, ohne etwas zu sagen,
nicht unterbrechend mit endlosen Fragen.
Ich möchte ihr heute danken dafür,
denn jetzt ist wieder Ruhe in mir

Tilda@


Das Glück

Wir möchten doch nur glücklich sein
und halten es für sehr gemein,
wenn uns das Glück zum Narren hält
und nicht das tut was uns gefällt.

Doch was ist Glück, möcht’ ich heut fragen,
Kann mir das mal jemand sagen?
Ich sehe es als Glücksfall an,
wenn ich morgens aufstehen kann.

Auch wenn aus Kummer ich geweint,
plötzlich die Sonne wieder scheint.
Wenn der Tag sehr stressig war
und mein Mann ist abends da.

Wenn mein Haushaltsgeld mal reicht,
das ist nämlich gar nicht leicht.
Wenn meine Enkel fröhlich sind,
dann bin ich glücklich wie ein Kind.

Ihr seht, das Glück hat viele Seiten,
das könnt ihr alle nicht bestreiten.
Jeder sieht’s auf seine Weise,
passt gut auf, das Glück kommt leise.

Tilda ©


Gebet einer Verzweifelten

Lieber Gott ich bitte Dich,
schau doch manchmal auch auf mich.
Blick ich auf meine Zeit zurück,
war ich oftmals ohne Glück.

Meine Kindheit war sehr schwer,
Eltern hat ich früh nicht mehr.
Meinen Mann hab ich verloren,
Kinder wurden nie geboren.

Ich weiß manchmal nicht warum,
alles dreht im Kopf sich rum.
Eine Frage stellt sich oft,
habe ich zu viel erhofft.

Jetzt zu allem Überfluss,
ist auch mit der Arbeit Schluss.
Mein Vermieter hat gekündigt,
hab ich denn, so viel gesündigt?

Lieber Gott, das kann’s nicht sein,
warum lässt Du mich allein.
Lieber Gott ich bitte Dich,
wirf ein Auge auch auf mich.

Tilda ©